- Ein Ja zum Melbbad ist ein Ja zu allen Bonner Bädern
Knapp die Hälfte der Bonner Bevölkerung – 155.000 Einwohnerinnen und Einwohner – leben im Stadtbezirk Bonn. Zwei Freibäder für diesen großen Bezirk (Römerbad und Melbbad) sind eine angemessene Versorgung. Dies steht auch so im Bäderkonzept, das durch Bürgerbeteiligung entstanden ist und im Rat 2020 beschlossen wurde.
- Klima und Gesundheit – darum braucht Bonn das Melbbad
Die Anzahl der heißen Tage in Bonn nimmt immer weiter zu – deshalb braucht die Stadt mehr Möglichkeiten zur Abkühlung. Das Melbtal ist eine der wenigen Kaltluftschneisen Bonns, über die nachts kühle Luft von Kreuzberg und Venusberg in die Stadt strömt und muss unbebaut und als grüne Oase erhalten bleiben. Im Melbbad fanden schon bis zu 5.557 Menschen an einem Tag Abkühlung und Erholung. Es bietet ein Gesundheitsangebot für alle Altersgruppen und ist mit seiner zentralen Lage Treffpunkt für Kinder, Jugendliche und Familien.
- Den Bürgerentscheid zu missachten zeigt fehlenden demokratischen Respekt
Beim Bürgerentscheid 2020 sprachen sich 74.955 Menschen (77,18 Prozent der Abstimmenden) für den Erhalt des Melbbads aus, mehr Stimmen, als der Oberbürgermeister 2025 bei seiner Stichwahl erhielt.
Ein so klar geäußerter Bürgerwille muss Grundlage politischen Handelns sein.
- Das Vertrauen in die Politik steht auf dem Spiel
Im Bewusstsein der Bevölkerung sind der Ratsbeschluss zur Bäderlandschaft 2020 und die Ratsbeschlüsse zu Machbarkeitsstudien und Planungsauftrag zum Melbbad präsent. Die frühere Oberbürgermeisterin hat bei öffentlichen Veranstaltungen die Wiedereröffnung des Melbbades wiederholt zugesagt und einen Generalplaner für das Melbbad beauftragt.
Auch der heutige Oberbürgermeister sowie mehrere Parteien haben im Wahlkampf 2025 den Erhalt und die Sanierung des Melbbads gefordert. Wer diese öffentlichen Zusagen nun bricht, verspielt das Vertrauen in seine politische Verlässlichkeit.
- Bonn hat kein Geld für Bäder, aber Milliarden für neue Großprojekte
Nach den teuren Erfahrungen mit WCCB und Beethovenhalle plant die Stadt mit „Zukunft Stadthausareal“ und „Zukunft Bonner Bühnen“ schon die nächsten Großprojekte mit veranschlagten Kosten von rund 1,2 Milliarden Euro. Offensichtlich fehlt es nicht an Geld, sondern an der Bereitschaft für den Erhalt der Bonner Bäder.
- Das neue Bäderkonzept ist nicht entscheidungsreif
Die aktuellen Planungen für die Bonner Bäder berechnen nicht die Folgekosten: beim Melbbad etwa für Abriss, Hangsicherung, Entschädigung des Generalplaners, bei Frankenbad und Melbbad für Investitionsbedarf der Nachnutzungen und bei den Freibädern Friesdorf und Rüngsdorf für Sanierungs- und Betriebskosten bei geplanter Übergabe an Vereine. Auch ist bislang vollkommen offen, ob das Römerbad überhaupt zum Kombibad umgebaut werden kann.
- Naturbad, Kletterhalle oder Paddelboxen sind keine realistischen Alternativen
Ein Naturbad ist aufgrund seiner begrenzten biologischen Reinigungsleistung auf eine streng limitierte Besucherzahl angewiesen. Im Melbbad wären statt der vier bis fünftausend Badegäste nur noch wenige Hundert Badegäste pro Tag möglich. Eine mehrstöckige Kletterhalle oder mehrere Paddelboxen würden die Kaltluftschneise beeinträchtigen und die grüne Oase Melbbad zerstören. Zudem sprechen solche sportlichen Angebote nur ein kleines Publikum an und können die Bade- und Erholungsfläche für alle nicht ersetzen.
- Der Mangel an Bäderfachkräften ist eine lösbare Daueraufgabe
Weil die Bezahlung in Bonn nicht konkurrenzfähig ist, wandern Bäderfachkräfte immer wieder zu attraktiveren Arbeitgebern ab. Bessere Arbeitsbedingungen und eine höhere Ausbildungsquote, ein gezielterer Einsatz der Kräfte für fachspezifische Aufgaben, der Einsatz von Rettungsschwimmer-Aushilfen und digitale Überwachungstechnik können Abhilfe schaffen.
- Das Schulschwimmen ist gesichert – Freibäder sind eine sichere Ergänzung
Das Bäderkonzept von 2020 sichert ausreichende Schwimmzeiten für das gesetzlich vorgeschriebene Schulschwimmen. Auch Freibäder sind verschiedentlich dafür genutzt worden. Sie bieten Kindern überdies einen sicheren Ort, um die erlernten Schwimmfähigkeiten zu üben und zu vertiefen. Vereine haben das Schwimmenlernen durch Schwimmkurse unterstützt, wie z.B. der Melbbadverein, insbesondere in den Ferien.
